Aktuelles für Gastgeber

Liebe Gastgeber,
sicherlich gibt es unter Euch Interesse, mal etwas von uns oder auch meinen Beweggründen zum Welcome Dinner Kiel zu erfahren. Nicht jeder ist in den sozialen Medien aktiv, nicht jeder liest die Kieler Nachrichten oder hört regelmäßig R.SH. Vielleicht verwundert es, warum wir Euch noch keinen potenziellen Gast angeboten haben. Das möchte ich zumindest mit diesem Newsletter etwas aufklären.

Als ich Mitte letzten Jahres erfahren hatte, dass es Welcome Dinner für Kiel noch nicht gibt, hatte ich ziemlich schnell die Idee und viel Energie, das hier zu organisieren. In wenigen Wochen entstanden so ein Internetauftritt, eine Facebook-Seite, eine Facebook-Gruppe und auch ein „natürliches Team“ aus jungen Kielerinnen und Kielern, die sich bei Welcome Dinner Kiel engagieren.

Schon zu Beginn interviewte mich die Kieler Nachrichten und auch Tanja Puttfarcken von R.SH, was es mit dem Welcome Dinner auf sich hat. Einen Mitschnitt liegt auf der Internetseite zum Anhören bereit.
Damit die Organisation auch klappt und auch stets nachvollziehbar bleibt, erstellten wir eine umfangreiche Liste aller Gastgeber, ihrer Interessen und der Wünsche hinsichtlich der Vermittlung. Der Stand heute ist, das wir über 70 Anmeldungen dokumentiert haben. Auf der „Gästeliste“ meldeten sich bisher 20 Personen an, die fast alle in der Vermittlung sind. Bei unserem Job als „Dinner-Botschafter“ nehmen wir uns Zeit, um eine möglichst passende Vorauswahl zu treffen. Wir schauen nach der örtlichen Nähe, nach Interessen und Berufsaktivitäten, nach dem Alter und der Sprache. Es liegt derzeit also in der Natur der Sache, dass noch nicht jeder der Gastgeber einen Vermittlungsvorschlag von uns erhalten hat. Wir geben aber nicht auf, Gäste von dieser wunderbaren Idee zu erzählen und auch ein wenig die Ängste zu nehmen, in eine fremde Gemeinschaft zu kommen. Dazu sind wir sehr engagiert und präsent in verschiedenen Organisationen. Auch die Stadt Kiel wurde in unsere Vorhaben eingebunden.

Ich war bei zwei Welcome Dinner anwesend. Eins hatte ich mit Yunchang aus China, das andere Dinner war ich als zusätzlicher Gast eingeladen. Dort war Hamed aus Afghanistan und erzählte viel aus seiner Heimat. Beide Welcome Dinner bestätigen das, was viele Tausend Gastgeber und Gäste auf der Welt auch erlebt haben: das gemeinsame Essen und der direkte, persönliche Kontakt ist die beste Prävention gegen Vorurteile. Das ist gelebte Integration. Nicht das „große Ganze der Politik“ steht im Mittelpunkt, sondern die persönlichen Lebensgeschichten und Erfahrungen.
Persönlich hat mich das Kochen immer sehr begeistert. Ich liebe kulinarische Reisen in alle möglichen Länder. Dazu muss man nicht einmal Kiel verlassen. Dank unserer Möglichkeiten gibt es alles in Supermärkten, auf Wochenmärkten und Fachgeschäften bei uns zu kaufen; orientalische, asiatische, afrikanische und europäische Zutaten. Es ist alles da. Was mich immer besonders interessiert hat, sind die Zubereitungsarten anderer Kulturen. Die durfte ich auch in der Halle 400 am vergangenen Samstag persönlich erleben. Als einziger deutscher „Koch“ war ich ein Teil des 8-köpfigen Kochteams, das für ca. 120 Flüchtlinge ein Buffet zubereiten konnte.

In der Küche wurde meist arabisch gesprochen. Eine Sprache, die ich nicht spreche. Da wurde mir, bei aller Liebe zum Kochen, auch deutlich, wie fremd man sich fühlen kann, wenn man die Sprache und die Verhaltenskulturen nicht kennt. Die positive Stimmung an dem Abend hat mich überzeugt. Das war eine tolle Veranstaltung. So nebenbei lernte ich dort Momen kennen, einer der Musiker an diesem Abend. Auch ihn haben wir als Gast registriert und auch schon vermitteln können.

An Euch als Gastgeber möchte ich sagen, wie toll ich das finde, wie zahlreich Ihr Euch angemeldet habt. Wie gerne würde ich sofort jedem einen Gast vermitteln. Ich bin mir so sicher, dass Ihr viele Dinge aus erster Hand erfahren könnt, die eben nicht in den Nachrichten stehen. Bei allem Leid in diesen Ländern, das hat Hamed uns gesagt, wird immer noch viel gelächelt, die Menschen haben ihre Freude nicht verloren. Das ist persönlich sehr beeindruckend gewesen. Und auch bei den Gästen gibt es viel Interesse, uns hier in Kiel kennenzulernen.

Die nächste Veranstaltung steht für uns am Sonntag, den 21.02.2016 an. Wir sind auf der EhrenamtMesse an der CAU vertreten, organisiert durch das Büro Nette Kieler. Kommt gerne vorbei und lernt uns kennen. Das Team aus Phillip Stern, Sebastian Hermes, Maria Franke und Nele Markwardt und ich freuen uns auf Euren Besuch.

Mein ganz persönlicher Dank an Euch, liebe Gastgeber, das Ihr dabei seid.

Als Anregung zum Kochen, In Marokko als Tajine bezeichnet, hänge ich mal ein Rezept an diese Mail…
Herzliche Grüße
Heiko Heitmann

heiko@welcomedinner-Kiel.de

 

Marokkanischer Lammeintopf

Olivenöl zum Braten

750g Lammkeule oder Schulter ohne Knochen, in 4 cm große Würfel geschnitten

2 rote Zwiebeln, geschält und in Achtel geschnitten
2 Knoblauchzehen, geschält und gehackt

½ Teelöffel Ingwer, gemahlen

1 Prise Safranfäden

½ Teelöffel Koriander, gemahlen

½ Teelöffel Kreuzkümmelsamen

½ Teelöffel Paprikapulver

½ Teelöffel Fenchelsamen

1 Zimtstange

1 Lorbeerblatt

1 Esslöffel Tomatenmark

375 g Süßkartoffeln, geschält und in 3 cm große Würfel geschnitten

2 Esslöffel Rosinen

500 ml Geflügel- oder Lammbrühe

Meersalz und frisch gemahlener, schwarzer Pfeffer

Frische Petersilie, gehackt, zum Garnieren
Schritt 1:

Erhitzen Sie eine große, schwere Kasserolle bei hoher Temperatur. Geben Sie ein wenig Olivenöl hinein und braten Sie die Lammstücke zirka 5 Minuten lang an. Wenn das Fleisch von allen Seiten braun ist, nehmen Sie es heraus und stellen es beiseite.

Schritt 2:

Geben Sie anschließend wieder ein wenig Öl in die Pfanne und rösten Sie die Zwiebeln mit einer guten Prise Salz und Pfeffer an. Wenn die Zwiebeln nach 4 – 5 Minuten leicht gebräunt sind, geben Sie den Knoblauch, das Ingwerpulver, den Safran, den Koriander, die Kreuzkümmelsamen, das Paprikapulver, die Fenchelsamen, die Zimtstange und das Lorbeerblatt dazu. Vermengen Sie die Gewürze und lassen Sie alles 2 Minuten lang köcheln.

Schritt 3:

Dann rühren Sie das Tomatenmark unter, fügen die Süßkartoffeln hinzu und bedecken diese mit dem Zwiebel-Gewürz-Gemisch, das Sie gerade zubereitet haben. Anschließend geben Sie das Lammfleisch samt ausgetretenen Säften sowie die Rosinen und die Brühe in die Kasserolle. Bringen Sie das Ganze zum Kochen und kratzen Sie am Gefäßboden Angeschmortes ab.

Schritt 4:

Reduzieren Sie die Hitze und lassen Sie das Gericht unbedeckt für 1 – 2 Stunden sehr leicht köcheln, bis das Lammfleisch ganz zart ist; währenddessen rühren Sie immer mal wieder um.

Sollte die Flüssigkeit in der Kasserolle zu sehr verdampfen, decken Sie das Gefäß ab oder geben Sie eine Tasse Wasser dazu. Wie gesagt: Wenn Sie dieses Schmorgericht erst am nächsten Tag servieren, haben die Aromen noch mehr Zeit sich zu entfalten.

Schritt 5:

Servieren Sie das Lamm mit frisch gehackter Petersilie.

Interview bei Radio Schleswig-Holstein, 09.12.2015

Heute wurde über uns bei Radio Schleswig-Holstein berichtet. Die Rechte liegen bei RSH als Urheber.